Justinus Kerner: Dichter, Arzt und medizinischer Schriftsteller. „Hier heile Dich…“
Dienstag, 16. März 2010
20.15 Uhr
Dichter, Denker & Poeten in Badenweiler
als Kraftquell und Inspiration
„Hier heile dich ...“
Justinus Kerner – Dichter, Arzt und medizinischer
Schriftsteller
Vortrag und Lesung von Rolf
Langendörfer und Heinz Setzer
„Ein Stück Italiens auf
deutschem Grund“, dieses oft zitierte preisende Wort leitet das Gedicht „Zur
Erinnerung an Badenweiler“ ein. Justinus Kerner (1786 – 1862) schrieb es, schon
mit seiner zunehmenden Erblindung kämpfend, im Jahre 1852 bei oder nach einem
seiner Aufenthalte im Hotel Römerbad. Zusammen mit weiteren Gedichten aus
dieser Zeit bietet es einen Einblick in das Empfinden eigener und fremder
Krankheit und gleichzeitig die Liebe zu einer Landschaft.
In Vortrag und Lesung geht es
um das Lebensbild dieses vielseitigen Arztes, Freundes, Dichters. Am Beispiel
von ausgewählten Gedichten und Texten stellt Rolf Langendörfer den empfindsamen
und zur Freundschaft begabten Menschen Justinus Kerner vor. Sein Haus in
Weinsberg war das Zentrum der schwäbischen Romantik. Uhland und Mörike gingen
dort aus und ein. Selbst immer wieder von seiner Schwermut geplagt, spielt eine
große aufmerksame Zuwendung, vor allem zu psychisch Kranken, doch eine große
Rolle in seiner ärztlichen Tätigkeit.
Heinz Setzer wird darauf in
seinem Beitrag zu Kerners Beschäftigung mit der Parapsychologie und dem
Mesmerismus eingehen.
In der Pause wird ein
„Kerner“ angeboten, eine nach Justinus Kerner benannte Weinsorte.
„Hier heile dich
...“
Justinus Kerner –
Dichter, Arzt und medizinischer Schriftsteller .
Mit einem Ausflug
in die
spiritistische
Geisterwelt des 19. Jahrhundert.
Lesung und
Vortrag von Rolf Langendörfer und Heinz Setzer
Dienstag, 16.
März 2010, 20.15 Uhr
Vortragssaal des
Kurhauses
„Sei mir gegrüsset, Badenweilers Au!
Ein Stück Italiens auf deutschem Grund“, diese oft zitierten preisenden Zeilen
leiten das Gedicht „Zur Erinnerung an Badenweiler“ ein. Justinus Kerner (1786 –
1862) schrieb es, schon mit seiner zunehmenden Erblindung kämpfend, im Jahre
1852 bei oder nach einem seiner Aufenthalte im Hotel Römerbad. Zusammen mit
weiteren Gedichten aus dieser Zeit bietet es einen Einblick in sein
künstlerisches Empfinden und seine Liebe zu Landschaft und Heimat sowie
gleichzeitig zu eigener und fremder Krankheit.
In Vortrag und Lesung geht es um das
Lebensbild dieses vielseitigen Arztes, Freundes, Dichters und romantischen
Geistersehers.
Am Beispiel von ausgewählten
Gedichten und Texten stellt Rolf Langendörfer den empfindsamen und zur
Freundschaft begabten Menschen Justinus Kerner vor. Sein Haus in Weinsberg war
das Zentrum der schwäbischen Romantik. Deren Mitglieder wie Ludwig Uhland,
Eduard Mörike, Wilhelm Hauff und Gustav Schwab gingen dort aus und ein. Selbst
immer wieder von seiner Schwermut geplagt, spielt in Kerners ärztlichen
Tätigkeiten seine große aufmerksame Zuwendung, vor allem zu psychisch Kranken,
eine große Rolle.
Heinz Setzer wird nach
dem poetischen Teil die „Nachtseiten“ des späten romantischen Naturerlebens
vorstellen. War Kerner doch seinen Zeitgenossen zwar als Erzähler und Dichter
bekannt und vertraut geworden, aber nicht minder auch als Erforscher seelischer
Grenzphänomene, die damals als Somnambulismus und Geistersehen eine verborgene
Natur des Menschen bezeichnen sollten.
Die mit der Methode des
„Mesmerismus“ an der psychisch kranken Friederike Hauffe, der „Seherin von
Prevorst“, von Kerner durchgeführten Experimente gehören zu den
eindrucksvollsten Zeugnissen der dunklen Seiten romantischen Naturerlebens des
„Besessenseins“. Dieses damals auch als „thierischer Magnetismus“ bezeichnete
medizinische Heilverfahren beruhte auf einer ganzheitlichen Vorstellung eines
alle körperlichen und psychischen Kräfte steuernden Fluidums, das ähnlich wie
Elektrizität, Gravitation und Magnetismus funktionieren sollte. Sein Erfinder,
der am Bodensee geborene Arzt Franz Anton Mesmer (1734-1815), hatte sein System
als neueste wissenschaftlich basierte Theorie vertreten. In Karlsruhe entstand
1787 sogar unter Markgraf Karl Friedrich nach Mesmers Lehre ein „Archiv für
Somnamulismus und Magnetismus“. 40 Jahre später, in Kerners Krankenprotokollen,
nimmt diese Heilungsmethode sogar den spiritistischen Charakter des
Geistersehens und von Kontakten mit dem Jenseits an. Heute gelten diese
Erfahrungen als wissenschaftlich unhaltbar, historisch sind sie allerdings Wege
zur modernen Psychoanalyse und der Psi-Forschung.