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Tausendundeine Nacht - Lesung mit Dr. Claudia Ott in der Ehemaligen Synagoge

Freitag, 11. Mai 2012
19.00 Uhr

Lesung mit Kurzvortrag: "Gustav Weil und Tausundeine Nacht"

Der Sulzburger Arabist Gustav Weil sollte eigentlich Rabbiner werden, entschied sich jedoch für die Orientalistik und wurde Übersetzer von Tausendundeiner Nacht. Der Abend in Sulzburg ist ihm als Übersetzer gewidmet, im Rahmen einer Lesung aus der aktuellen Neuübersetzung der Arabistin Claudia Ott.

Tausendundeine Nacht, die berühmte morgenländische Erzählsammlung, ist ein Stück Weltliteratur und zugleich ein Beispiel für den Brückenschlag zwischen Kulturen. Die ältesten Vorläufer der Rahmengeschichte von Schahrasad und Schahriyar stammen aus Indien und sind fast 2000 Jahre alt. Ihre Erzählmotive wanderten nach Persien, wo sie in der Sasanidenzeit (2.-6- Jahrhundert n.Chr.) eine schriftliche Form erhielten. Die mittelpersische Fassung wurde um ca. 800 n.Chr., wahrscheinlich in Bagdad, ins Arabische übersetzt und begann sich danach mit arabischen Geschichten zu füllen.

Seit dreihundert Jahren wurde und wird Tausendundeine Nacht in europäische Sprachen übersetzt und in den Literaturen aller Welt weiterüberliefert. Die erste Übersetzung des französischen Orientalisten Antoine Galland stammt von 1704. Diese sehr freie Nachschöpfung löste maßgeblich den Orient-Boom in der europäischen Literatur, Dichtung und Malerei, später dem Film aus. Keine große Kunstgattung konnte sich dem Zauber von Tausendundeiner Nacht entziehen.

Claudia Otts Neuübersetzung, erschienen 2004 im Verlag C.H. Beck und
inzwischen schon in der 11. Auflage (2011) sowie als Taschenbuch (dtv) in der 3. Auflage und als Hörbuch (HörbuchHamburg) in der 4. Auflage erhältlich, macht erstmals die älteste arabische Fassung von Tausendundeine Nacht in deutscher Sprache zugänglich. Die zugrundeliegende arabische Handschrift ist ca. 600 Jahre alt und liegt erst seit 1984 in der Edition des irakischen Arabisten Muhsin Mahdi vor. Dieses arabische Original besticht durch die Lebendigkeit seiner Sprache, die poetische Kraft der Gedichte und die Freude am spannenden Erzählen.

Dr. Claudia Ott, geb. 1968, studierte Orientalistik in Jerusalem (1986-88),
Tübingen (1988-92) und Berlin (1993-98). Sie promovierte 1998 im Fach Arabistik mit einer Arbeit zur arabischen Epik („Metamorphosen des Epos“). Von 1993 bis 1998 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin. Anschließend sechsmonatiger Aufenthalt in Kairo zum Studium arabischer Musik. Seit 2000 ist sie Assistentin am Seminar für orientalische Philologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Seit 1992 ist Claudia Ott regelmäßig für den Rundfunk als Autorin und Übersetzerin tätig. Claudia Ott ist außerdem Mitglied mehrerer internationaler Ensembles für orientalische Musik und arbeitet mit hochrangigen Künstlern zusammen. Unter anderem begleitete sie 2001 und 2004 die Reisen von Günter Grass in den Jemen mit Musikprogrammen zu den Lesungen des Nobelpreisträgers. 2011 wurde Claudia Ott mit dem Johann- Friedrich-von-Cotta-Literatur-und-Übersetzerpreis der Landeshauptstadt Stuttgart ausgezeichnet.

Kategorie:
Literatur
Veranstaltungsort/Treffpunkt:
Ehemalige Synagoge
Gustav-Weil-Straße 18
79295 Sulzburg
Veranstalter:
Stadt Sulzburg
Hauptstrasse 60
79295 Sulzburg
Tel.: +49 (0) 7634 / 56000
Fax: +49 (0) 7634 / 560050
E-Mail: stadt@sulzburg.de
Internet: www.sulzburg.de